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Raiffeisen-CEO Patrik Gisel ist weg – da stellen sich einige Fragen. Erhält er eine Entschädigung? Und wer übernimmt jetzt das Steuer?

Jetzt also doch: Der Raiffeisen-CEO wirft das Handtuch. In einem Commuiqué am Mittwochmorgen schreibt Raiffeisen, Patrick Gisel werde seinen Chefposten per Ende Jahr abgeben. Die wichtigsten Antworten.

Patrik Gisel tut so, als geschähe sein Rücktritt freiwillig. Im Schreiben der Bank heisst es, er habe sich entschieden, sein Amt niederzulegen. Ist das glaubwürdig?
Der aktuelle Raiffeisen-Chef ist mit dem Bekanntwerden immer neuerer Details im Raiffeisen-Skandal zunehmend in die Kritik geraten. Die alles entscheidende Frage war: Wie viel wusste Gisel von den Deals seines Ziehvaters Pierin Vincenz? «Der Druck der Öffentlichkeit, aber auch jener des Verwaltungsrats auf Gisel hat stetig zugenommen», sagt der Reputationsexperte Bernhard Bauhofer von der Firma Sparring Partners. Der Verwaltungsrat dürfte Gisel den Rücktritt nahegelegt haben, um einen Neustart zu ermöglichen, so Bauhofer weiter.

Warum kommt die Einsicht des Verwaltungsrates so spät, war doch Gisel ein Teil des Problems?
Es wurde immer deutlicher, dass Patrik Gisel als langjähriger Stellvertreter von Pierin Vincenz nicht für einen glaubwürdigen Neuanfang stehen kann. «Das Institut hat aber nicht rascher gehandelt, um keinesfalls den Eindruck zu erwecken, man würde überhastet handeln», so Bauhofer. Raiffeisen wolle zudem nach aussen vermitteln, dass alles ruhig geplant worden sei. Laut Bauhofer dürfte die Suche nach einem Nachfolger für Gisel schon seit längerer Zeit laufen. Einen passenden Nachfolger zu finden, dürfte aber schwierig sein, da der neue CEO zur Kultur von Raiffeisen passen müsse. Zudem brauche er die Kraft, die Kultur in Richtung Öffnung und Transparenz zu verändern.

Warum erfolgt der Rücktritt nicht per sofort?
Hätte sich Raiffeisen per sofort oder schon im Frühjahr von Gisel getrennt, sähe dies stärker nach einem Schuldeingeständnis aus. «Mit der heutigen Rücktrittsankündigung auf Ende Jahr kann Gisel das Gesicht wahren und es wird für ihn ein Karriereleben nach Raiffeisen geben», so Bauhofer. Zudem dürfte sich der Verwaltungsrat nicht per sofort vom Chef getrennt haben, weil er Bedenken betreffend eines führungslosen operativen Geschäfts hatte. Der interimistische Raiffeisen-Präsident Pascal Gantenbein steht vor der Aufgabe, neben dem Chefposten auch neun Verwaltungsratsposten neu zu besetzen.

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